«Für unsere Welpen müssen wir ein Schutzengel sein.

Für unsere Junghunde ein verlässlicher Wegweiser und liebevoller Grenzen-Setzer.

Für unsere erwachsenen Hunde ein verlässlicher Partner, der auch 'zuhören' (-sehen), Respekt und Verständnis entgegenbringen kann.

Und für unsere Senioren ein geduldiger und sicherer Hafen, der seine eigenen Bedürfnisse auch hintenanstellen kann.» Susanne Gemperli

Hilfreiches Wissen für frischgebackene Welpenbesitzer

Wenn ein Welpe einzieht ist das immer für alle Beteiligten ein sehr freudiges, aufregendes Ereignis. Für die Menschen, aber auch für den Welpen selbst. Damit der kleine Wollknäuel den bestmöglichen Start ins Leben bekommt ist einiges zu beachten. Denn gut Gemeintes kann schnell in Übereifer umschlagen und das kleine Hündchen überfordern. Das Resultat ist dann ein erwachsener Hund, welcher schnell frustiert, permanent hoch erregt und entsprechend schwer zu handeln ist.

Wie Du für Dein neues Familienmitglied den bestmöglichen Start ins Leben gewährleisten kannst erfährst Du auf dieser Seite.

Was alles bereit sein muss, wenn der Kleine einzieht

Es wird in erster Linie auf Deinen Züchter ankommen, welches Equipment Du noch separat kaufen musst.

Ganz viele Züchter geben ein Starterpaket mit. Fall's Du Keines erhältst, solltest Du an folgende Dinge denken:

  • nimm ein altes Handtuch mit, wenn Du Deinen Kleinen abholst. Damit kann die Mutterhündin abgerubbelt werden und das Tuch wird noch einige Tage nach ihr riechen. Dies wird Deinem Welpen auf der Fahrt ins neue Zuhause und die ersten Stunden/ Tage helfen, das Heimweh zu überwinden.  Setzte Dich mit Deinem Welpen und diesem Tuch zusammen auf die Rückbank des Autos und lass jemand anderen fahren. Den Kleinen NIEMALS einfach  allein in den Kofferraum sperren. Das löst Ängste aus, welche einer vertrauensvollen Beziehung zu Dir im Weg stehen und Autofahren würde er in Zukunft nur sehr, sehr ungern!
  • erkundige Dich bei Deinem Züchter, was er gefüttert hat und besorge Dir wenigstens für die erste Zeit das selbe Futter. Der Umzug ins neue Zuhause ist schon Aufregung genug. Eine eventuelle Futterumstellung, welche den kleinen Körper zusätzlich beansprucht, kann noch warten bis das Hündchen sich gut bei Dir eingelebt hat.
  • Dein Welpe braucht einen Futternapf und ein Wassergeschirr. Oft lese ich, dass die Kleinen von Chromstahl einen Ausschlag an der Schnauze bekommen. Drum überlege Dir, ob Du nicht von Beginn an gleich Keramikgeschirre kaufen möchtest. Wasser sollte jederzeit zur freien Verfügung stehen. Beim Futter hältst Du Dich besser an die vom Züchter vorgegebenen regelmässigen Zeiten.
  • ein kuschelweiches Bettchen für den Schlafplatz.  Grundsätzlich müssen Welpen immer eine Weile nach dem Aufwachen oder eine Weile nach dem Fressen ihr Geschäft verrichten. Du kannst Dir also viel Ärger ersparen, wenn Du Dir das merkst und ihn immer dann nach draussen bringst. Lobe ihn immer, wenn er am erwünschten Ort gemacht hat, schimpfe jedoch nie, wenn ein Malheur in der Wohnung passiert. Er ist noch ein Baby und macht das nicht extra. Hingegen lernt er rasend schnell, dass er Schimpfen vermeiden kann, wenn er das Geschäftchen an einem versteckten Ort in der Wohnung macht, wo Du es nicht gleich entdeckst.
  • Equipment für Spaziergänge und Ausflüge, das kann alles noch warten. Der Kleine wird genug zu verarbeiten haben, wenn er in den ersten paar Tagen Dein ganzes Haus und den Garten kennenlernen kann. Wenn er sich auch bei Dir im Garten versäubern darf, sind Gassi Runden in den ersten Tagen unnötig. 
  • Hingegen ist es nützlich, wenn Du bereits jetzt ein gutsitzendes Brustgeschirr und eine leichte Leine zur Hand hast. Mehr dazu weiter unten.
  • falls Du keinen Garten hast, kaufe ein Y - Brustgeschirr, welches mitwächst. Und eine sehr leichte Leine, die nicht zu kurz ist. Das sich Lösen fällt leichter, wenn man etwas von seinem Menschen entfernt ist dabei. Achte darauf, dass Du in der ersten Zeit dafür immer den selben Ort aufsuchst, der so nah wie möglich am Zuhause ist. Das macht es dem Kleinen zusätzlich leichter stubenrein zu werden. Auch wir möchten ja unser Geschäft an einem Ort verrichten, an dem wir uns sicher fühlen. Nicht wahr?
  • Da Welpen grundsätzlich alles mit dem Maul erkunden und darauf herumnagen, ist es angebracht, wenn Du ihm etwas entsprechendes zum Kauen anbietest BEVOR er damit beginnt Deine Möbel zu zerlegen. Es gibt viele Möglichkeiten. Kaffeeholz ist aktuell grad total hipp. Weil es vom anderen Ende der Welt importiert werden muss, ist es nicht mein persönlicher Favorit. Geweihstücke werden in den Tierbedarfsläden auch angeboten. Diese sind jedoch so hart, dass sie Haarrisse in den Zähnen verursachen können, die dann später (bei den bleibenden Zähnen) grosse Probleme bereiten. Unbehandeltes Rebenholz (dieses bekommt man im Fachmarkt für Aquaristik), aber auch unbehandelte Schaffellstreifen (sogenannte Shred-das) eignen sich gut. Die Kleinen lieben etwas warmes, weiches, pelziges. Die Schaffellstreifen erfüllen damit eine Doppelfunktion. Man kann darauf herumkauen und man kann damit kuscheln. Kuscheln / Kontaktliegen, das hatte Dein Welpe beim Züchter immer mit seinen Wurfgeschwistern gemacht und es wird ihm jetzt fehlen. Natürlich darfst Du ihm auch zusammen mit Dir regelmässige gemeinsame Kuschelzeiten anbieten, in denen ihr Beide zur Ruhe kommt. 

Hundespielzeug, welches zusätzlich mit Leberpaste eingestrichen oder Leckerchen gefüllt werden        kann, eignen sich auch gut. Getrocknete Rinderhautplatten oder -Streifen lieben die meisten Hunde. Für uns Menschen riechen sie allerdings etwas penetrant. Bei mir gibt's die nur im Garten. Merke Dir: Kauen und Lecken beruhigt und macht müde. 

  • Ein Welpengitter für Zeiten in denen der Welpe wach ist, sich jedoch selbst beschäftigen soll, leistet gute Dienste.Denn dann kannst Du Dich anderen Dingen wie Hausarbeit oder ähnlichem widmen und brauchst Dir keine Sorgen zu machen, dass Möbel, Elektrokabel oder Zimmerpflanzen angeknabbert werden. Denn merke: was das Wort 'Nein' bedeutet, muss Dein Hund erst lernen! ( Achte darauf, dass die Grösse des Welpengitters der Tierschutzverordnung entspricht)
  • Wenn ein Welpengitter für Dich keine 0ption ist, bietet sich eine leichte Hausleine an, welche immer am Brustgeschirr befestigt ist. Sobald der Welpe etwas unerlaubtes oder gefährliches tun möchte, kannst Du sie unaufgeregt aufnehmen und ihn daran hintern. Die Hausleine kann auch als eine Art Nabelschnur fungieren, durch die der Welpe immer mit Dir verbunden ist, wenn Du keine Zeit hast Dich mit ihm zu beschäftigen und er wach ist. Der Nachteil ist halt, dass er sich daran gewöhnt immer pausenlos in Deiner Nähe zu sein. Was später das Alleine Bleiben zu üben nicht gerade einfacher macht.

Der Umzug ins neue Heim

Freue Dich darauf, dass Du dieses kleine Baby (ja, das ist er noch!) ab heute bei der «Hand» nehmen und es liebevoll, umsichtig und vorausschauend auf das Leben da draussen in der grossen, weiten Welt vorbereiten darfst.  Das ist ab heute Deine Hauptaufgabe.

Die ersten Tage im neuen Zuhause

Ihr seid zu Hause angekommen. Dein Welpe braucht jetzt vor allem zwei Dinge: RUHE und ZEIT! 

Hunde brauchen zwei bis drei Wochen, bis sie einen Umzug in ein völlig neues Umfeld verarbeitet haben. Es wird sich später auszahlen, wenn diese ersten Wochen keine zusätzlichen aufregenden Ereignisse stattfinden. Der Hund soll ausreichend Zeit haben, um das neue Zuhause und den neuen Tagesablauf Schritt für Schritt kennen zu lernen und zu erkunden. Und je nach Charakter, kann dies sogar bedeuten, pro Tag nur 1 neues Zimmer! 

Ist Dein Hund neugierig, freue Dich und lobe ihn für ruhiges Erkundungsverhalten. Ist er jedoch sehr aufgeregt, verhindere hastiges herumrennen und durch das Haus rasen, indem Du eine Hausleine an seinem gutsitzenden Brustgeschirr befestigt lässt, die Du jeder Zeit ruhig greifen kannst, um ihn zu führen und zu verhindern, dass er Schaden anrichtet. Erinnerst Du Dich? Er weiss noch nicht, was 'Nein' bedeutet. Biete ihm nach einer geführten Besichtigungstour durch einen, max. zwei Räume, einen Schnüffelteppich oder auf seinem Liegeplatz etwas zu kauen an, das wird ihn beruhigen

Möglicherweise ist aber das Gegenteil der Fall und Dein Hund verhält sich sehr scheu. Dann dränge ihn nicht. Lass ihm Zeit, bis er selbst den Mut fasst, etwas zu erkunden. Verrichte einfach Deine üblichen Arbeiten, blicke ab und an freundlich zu ihm hin und lächle ihm zu. Sprich leise und freundlich mit ihm. Vermeide hastige Bewegungen und sprich ihn immer erst an, bevor Du ihn berührst. Nähere Dich nie frontal, sondern eher parallel und vermeide es, Dich über ihn zu beugen.

In jedem Fall richte Deinem Welpen einen bequemen Liegeplatz in einer ruhigen Ecke ein, wohin er sich jederzeit zurückziehen kann, wenn er das Bedürfnis hat sich auszuruhen. Das Frottétuch, das nach dem alten Zuhause riecht, hilft dabei den Liegeplatz anzunehmen. Sorge bitte dafür, dass er dort von niemandem gestört wird. Eine offengelassene Transportbox eignet sich hervorragend dazu. Die meisten Hunde mögen es, wenn sie "ein Dach über dem Kopf haben." Und für alle menschlichen Mitbewohner (vor allem für Kinder) ist die Regel, "Hund jetzt in Ruhe lassen" viel einfacher einzuhalten, wenn der Hund dabei in der Box liegt. 

Sollte es Räume und Dinge geben, die für Deinen Hund tabu sein sollen, dann setze dieses Tabu bitte ab der ersten Stunde um. Sei dabei immer freundlich, aber bestimmt und konsequent. Auch wenn es im Moment anstrengend ist, und Ausdauer abverlangt. Es lohnt sich, Deinen Hund aus einem solchen Bereich immer wieder freundlich rauszuschicken. Wenn es kein durch eine Türe begrenzter Raum ist, kannst Du mit einem Klebeband eine optische Markierung setzten. Dann wird für beide Seiten klarer, war erlaubt ist.

 

Besucher

Bitte nicht gleich in den ersten Tagen auch schon Besuch!

doch

Welches Benehmen erwartest Du von Deinem Hund, wenn dann Besuch kommen darf?

Überlege Dir gut, welches Benehmen Du von Deinem Hund erwartest, wenn Besuch kommt. Ganz viele Menschen lassen dieses Thema beim Welpen und Junghund schleifen, weil ihn ja eh alle einfach nur süss finden. Doch denk daran. Dein Hund wird erwachsen, Dein Hund wird unter Umständen gross / sehr gross. Und dann freut sich niemand mehr darüber, wenn er einem an der Haustüre schon entgegenspringt, wenn er an jedem hochspringt, unentwegt bellt, evtl. sogar die Hände, Ärmel oder Hosenbeine ins Maul nimmt.

Da wir selbst in einem Doppeleinfamilienhaus leben, mögen es mein Mann und ich zum Beispiel nicht, wenn übermässig gebellt wird. 

Wenn man weiss, wie es geht, ist es ganz leicht, die Türklingel mit ruhigem Verhalten zu verknüpfen. Schau Dir untenstehendes Video an. Unser Tageshund 'Balu' der ab und an mal einen halben Tag bei mir ist, hat gelernt auf Klingeln an der Türe hin selbständig auf die Decke zu gehen. Er darf dabei bei uns nicht bellen. Es wäre aber auch möglich, den Hund zB. 3x bellen zu lassen, bevor er auf die Decke geht.

Im Video schafft es 'Balu' noch nicht ganz, liegen zu bleiben bis ich wieder da bin. Unterdessen klappt auch das hervorragend. Der nächste Trainingsschritt wäre dann einen realen Besucher an die Türe zu nehmen und im Übernächsten Schritt käme dann dieser auch ins Haus.

Mein Ziel ist es, dass der Hund ruhig auf der Decke liegenbleibt, bis ich ihm das Freigabesignal gebe und er dann den Besucher möglichst ruhig begrüsst. Meist geht das viel besser, wenn man damit wartet, bis die Besucher sitzen.

Du siehst, das wichtigste ist erst einmal, dass der Mensch sich im Klaren ist, was überhaupt sein Wunsch wäre, wie sich sein Hund verhalten soll.

Manchmal passen Wunschdenken und natürliche Veranlagung des Hundes nicht wirklich zusammen. Dann hilft genaues beobachten. Welches Verhalten bietet mein Hund von sich aus an und wie können wir einen gemeinsamen Nenner finden. Wenn Du dabei Hilfe brauchst, zögere nicht, mich zu kontaktieren.

Doch natürlich gibt es auch noch andere Strategien, um mit Besuchersituationen umzugehen. Eine Weitere ist die Besucherdose:

hab bitte noch etwas Geduld, dieses Video muss erst noch gedreht werden.